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Literaturwettbewerb mit SMS-Sprüchen
Wer glaubt, dass sich 160 Zeichen allenfalls für knappe Informationen eigenen, den belehrt der Uzzi-Verlag eines besseren. Unter dem Motto „Kultur der Kurznachrichten“ wurden über 8000 Einsendungen in den Kategorien Literatur, Liebe und Spaß (!) bewertet. Jeder Kategorie wurde ein kleines Buch gewidmet, in dem die jeweils besten SMS veröffentlicht wurden. Haikus, Limericks und romantische Seufzerei waren dabei die mit Abstand beliebtesten Literaturformen.
Dieser Wettbewerb zeigt eindrucksvoll, wie sehr das Handy unsere tägliche Kommunikation bestimmt. 160 Zeichen, während der der Nutzer seine Information so verknappen muss, dass das Gemeinte nur noch verdichtet weitergegeben werden kann. Dichten kommt schließlich vom Verdichten. Und so müssen sich die Menschen etwas einfallen lassen, wenn sie etwas sagen wollen. Ausschweifen ist nicht erlaubt, der Schiebevorhang am Bibliothekfenster bleibt davor verschlossen.
Das ist eine gute Übung für den Alltag. Denn was nicht einfach so gesagt werden kann, aber muss, darüber denkt man auch nach. Ein Redeschwall, der eher vernebelt, als es auf den Punkt zu bringen, hilft hier nicht. Etwas auf den Punkt zu bringen, bedeutet aber nicht, dass nicht auch Metaphern ausreichend Aussagewert besitzen, im Gegenteil. Was zwischen den Zeilen – in längeren Sätzen – steht und so zur Form gebracht wird, ist oftmals sehr präzise.
Wer also das nächste Mal versucht, etwas zu sagen, aber nicht darauf kommt, wie er es anstellen soll, kann sich sein Handy schnappen und den Versuch wagen. Es ist nicht mal notwendig, die SMS wirklich abzuschicken. Alleine das Aussortieren, Umformulieren und Verknappen bringt einen schon sehr weit. Wer trotzdem lieber Sprüche auf Flächengardinen verewigt, kann das zwar machen, sollte aber nicht damit rechnen, dass die Message auch bei jedem ankommt.
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